Die KI-Chip-Neugründung Cerebras Systems wird an der Nasdaq an die Börse gehen, mit dem Tickersymbol CBRS. Bloomberg zufolge hat Cerebras bereits Roadshows für den IPO gestartet; die geplante Preisspanne je Aktie liege bei 115 bis 125 US-Dollar. Das Emissionsvolumen könnte höchstens 4 Milliarden US-Dollar erreichen. Die angestrebte Bewertung liegt bei rund 40 Milliarden US-Dollar, was Cerebras zu einer der meistbeachteten Börseneinführungen dieses Jahres im Bereich KI-Infrastruktur und Halbleiter macht.
Auch TSMC ist ein entscheidender Fertigungspartner von Cerebras. Wenn Cerebras mit einer Bewertung von 40 Milliarden US-Dollar erfolgreich an die Börse geht, ist TSMC zwar nicht zwingend ein finanzieller Investor, aber eine der wichtigsten Fertigungs- und Zuliefergrundlagen hinter diesem „Nvidia-Herausforderer“.
Zu den Kunden von Cerebras gehören OpenAI und AWS
Cerebras wird von Marktteilnehmern als potenzieller Herausforderer für Nvidia (Nvidia) im Markt für KI-Chips angesehen. Während Nvidia auf GPUs setzt, besteht die Kerntechnologie von Cerebras in einem „Wafer-Scale Engine“ (WSE), also darin, direkt eine ganze Siliziumwaferplatte zu einem einzigen, ultragroßen KI-Prozessor zu machen – statt wie bei traditionellen Chips den Wafer erst in mehrere Chipscheiben zu zerschneiden und anschließend zu verpacken.
Das wichtigste System des Unternehmens umfasst derzeit CS-2 und CS-3; die neueste Generation des Kernchips ist WSE-3. Cerebras bezeichnet dies als den „weltweit größten und schnellsten KI-Prozessor“.
Die Börsenerzählung von Cerebras liegt entscheidend darin, dass das Unternehmen nicht nur Chips verkaufen will, sondern versucht, eine vollständige KI-Compute-Plattform bereitzustellen. Einerseits vertreibt das Unternehmen KI-Supercomputersysteme an Kunden; andererseits bietet es auch Cloud-Inferenzdienste an, sodass Entwickler und Unternehmen die Rechenleistung von Cerebras im nutzungsabhängigen Abrechnungsmodell verwenden können. Dadurch positioniert es sich eher als „Anbieter von KI-Infrastruktur“ und nicht nur als reines Chipdesign-Unternehmen.
Die am stärksten beachtete Kundschaft ist OpenAI. Cerebras und OpenAI haben in diesem Jahr im Januar eine mehrjährige Zusammenarbeit angekündigt. OpenAI will 750MW an Cerebras-Wafer-Scale-Systemen einsetzen, um hochgeschwindigkeitliche, niedrig-latente KI-Inferenz zu ermöglichen; die entsprechende Bereitstellung soll ab 2026 schrittweise anlaufen. Auch OpenAIs offizieller Darstellung zufolge erhöht diese Kooperation die Plattform um 750MW an Ultra-Low-Latency-KI-Compute-Leistung, sodass Echtzeit-Anwendungen wie ChatGPT schneller reagieren können.
Neben OpenAI hat Cerebras auch erfolgreich bei Amazon AWS Fuß gefasst. Laut den entsprechenden Zusammenfassungen aus seinen Angebotsunterlagen hat Cerebras mit AWS verbindliche Konditionen vereinbart und plant, die Cerebras-CS-3-Hardware in den gehosteten Inferenzdienst von Amazon Bedrock zu integrieren. Das bedeutet, dass Cerebras nicht nur von wenigen Kunden aus dem Nahen Osten getragen wird, sondern nun auch eine Bestätigung von einem großen US-Cloud-Plattformanbieter erhält.
Cerebras steht noch immer vor Verlusten und hat noch keine stabile Profitabilität erreicht
Allerdings ist der Punkt, der Investoren bei Cerebras am stärksten skeptisch macht, die Kundenkonzentration. Aus den Angebotsunterlagen geht hervor, dass Cerebras 2025 einen Umsatz von 510 Millionen US-Dollar erzielte, gegenüber 290,3 Millionen US-Dollar im Jahr 2024. Davon steuerte jedoch die in Abu Dhabi ansässige KI-Firma G42 24% bei, während der andere Kunde aus Abu Dhabi, MBZUAI, 62% beisteuerte; zusammen machen beide 2025 sogar 86% des Umsatzes aus. Das heißt: Selbst wenn der Anteil von G42 von 85% im Jahr 2024 auf den jetzigen Wert gesunken ist, bleibt der Umsatz von Cerebras stark von wenigen großen Kunden abhängig.
Finanziell gesehen ist das Wachstumstempo von Cerebras äußerst eindrucksvoll. Reuters berichtete, dass sich der Umsatz von Cerebras 2025 auf 510 Millionen US-Dollar erhöhte, nach 290,3 Millionen US-Dollar im Vorjahr; der Gewinn je Aktie stieg von -9,90 US-Dollar je Aktie im Jahr 2024 auf 1,38 US-Dollar je Aktie im Jahr 2025.
Wenn man jedoch genauer hinsieht, muss man die Qualität der Gewinne bewerten. Tom’s Hardware schreibt unter Berufung auf die Angebotsunterlagen, dass Cerebras 2025 noch 145,9 Millionen US-Dollar an operativen Verlusten hatte; der buchhalterische Gewinn des Jahres stammte hauptsächlich aus etwa 363 Millionen US-Dollar an buchhalterischen Erträgen und nicht daraus, dass das Kerngeschäft selbst in stabile Gewinne umgeschwenkt wäre. Anders gesagt: Das schnelle Umsatzwachstum von Cerebras ist real – aber bis dahin, mit dem Kerngeschäft selbst dauerhaft stabil Geld zu verdienen, ist es noch ein Weg.
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