
Ein Brute-Force-Angriff ist eine Hacking-Technik, bei der automatisiert alle möglichen Passwörter oder Verifizierungscodes systematisch ausprobiert werden, bis die korrekte Kombination gefunden ist – vergleichbar mit dem Versuch, jeden Schlüssel im Schloss zu testen. Angreifer nutzen dabei automatisierte Tools, um eine Vielzahl von Kombinationen durchzugehen und zielen insbesondere auf schwache Passwörter, Login-Portale ohne Versuchsbeschränkung oder falsch konfigurierte Schnittstellen.
Im Web3-Bereich sind typische Ziele unter anderem Logins von Börsenkonten, Passwörter zur Wallet-Verschlüsselung und API-Schlüssel. Der „Private Key“ ist die zentrale geheime Zahl, die Ihre On-Chain-Vermögenswerte steuert; eine „mnemonic phrase“ ist eine Wortsequenz zur Generierung Ihres Private Keys. Werden beide mit hoher Zufälligkeit und sicher erzeugt, sind Brute-Force-Angriffe rechnerisch ausgeschlossen.
Im Web3-Bereich gefährdet eine Kompromittierung eines Kontos unmittelbar die Vermögenswerte – das Risiko ist deutlich höher als bei klassischen Social-Media-Konten. Brute-Force-Angriffe sind günstig, automatisierbar und skalierbar, was sie für Angreifer besonders attraktiv macht.
Viele Nutzer glauben irrtümlich, „On-Chain = absolute Sicherheit“, und übersehen dabei Schutzmechanismen wie Passwörter und Verifizierungen an den Zugangspunkten. Tatsächlich erfolgen die meisten Angriffe an Login-Portalen, bei E-Mail-Resets, im API-Key-Management oder bei der lokalen Wallet-Verschlüsselung – nicht durch das Knacken der Blockchain-Kryptografie selbst.
Bei ordnungsgemäß generierten Private Keys und standardisierten Mnemonic Phrases sind Brute-Force-Angriffe heute und auch künftig praktisch ausgeschlossen. Selbst mit den leistungsstärksten Supercomputern ist die Anzahl der möglichen Kombinationen unvorstellbar hoch.
Ein Private Key ist meist eine 256-Bit-Zufallszahl; eine Mnemonic Phrase (z. B. eine 12-Wort-BIP39-Phrase) entspricht etwa 128 Bit Zufälligkeit. Laut „TOP500 List, November 2025“ erreicht der schnellste Supercomputer Frontier rund 1,7 EFLOPS (ca. 10^18 Operationen pro Sekunde, Quelle: TOP500, 2025-11). Selbst bei 10^18 Versuchen pro Sekunde würde das Durchprobieren eines 128-Bit-Raums ca. 3,4×10^20 Sekunden dauern – das sind über eine Billion Jahre, also weit mehr als das Alter des Universums. Bei 256 Bit ist dies noch viel weniger vorstellbar. Praktische Angriffe richten sich daher auf „benutzergenerierte schwache Passwörter“, „selbst gewählte Phrasen mit geringer Entropie“ oder „unbegrenzte Schnittstellen“, nicht auf konforme Private Keys oder Mnemonic Phrases.
Angreifer nutzen automatisierte Skripte, um massenhaft Kombinationen auszuprobieren und kombinieren dabei verschiedene Methoden an unterschiedlichen Zugangspunkten. Typische Angriffstechniken sind:
Am häufigsten ist der Angriff auf Börsen-Logins. Bots testen Kombinationen aus E-Mail-Adressen oder Telefonnummern mit gängigen oder geleakten Passwörtern. Fehlen Login-Portalen Begrenzungen, Geräteprüfungen oder eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, steigt die Erfolgsquote erheblich.
Auch Passwörter für die Wallet-Verschlüsselung sind ein Ziel. Viele Desktop- und Mobile-Wallets erlauben eine zusätzliche Passphrase für lokale Private Keys; ist diese Passphrase schwach oder werden niedrige Ableitungsparameter verwendet, können Offline-Cracking-Tools mit GPU-Beschleunigung schnelle Angriffsversuche durchführen.
Auf Gate-Konten senken die Aktivierung der Zwei-Schritt-Verifizierung (z. B. per Authenticator-App) und der Login-Schutz das Brute-Force-Risiko deutlich. Anti-Phishing-Codes, Login-Benachrichtigungen und Geräteverwaltung helfen, verdächtige Aktivitäten zu erkennen und Konten schnell zu sperren.
Für Privatanwender sind folgende Maßnahmen entscheidend:
Für Entwickler und Plattformbetreiber gilt es, Zugangspunkte und die Speicherung von Zugangsdaten abzusichern:
Brute-Force-Angriffe basieren auf schwachen Zugangsdaten und fehlenden Versuchsbeschränkungen; das Durchprobieren von Private Keys mit hoher Entropie oder standardisierten Mnemonic Phrases ist praktisch unmöglich. Die größten Risiken bestehen an Zugangspunkten – Passwörter, Verifizierungscodes und API-Keys. Nutzer sollten starke, unabhängige Passwörter und Multi-Faktor-Authentifizierung einsetzen, ergänzt durch Rate-Limiting und Alarme; Entwickler müssen für robuste Zugriffsbeschränkungen, Bot-Erkennung und sichere Speicherung sorgen. Für alle Vermögensoperationen gilt: immer zusätzliche Verifizierung und Whitelists nutzen – und auf ungewöhnliche Logins oder Auszahlungen achten.
Brute-Force-Angriffe zielen vor allem auf Konten mit schwachen Passwörtern ab; richtig gesicherte Krypto-Wallets sind kaum angreifbar. Der Schlüsselraum für Private Keys und Mnemonic Phrases (2^256 Kombinationen) macht ein direktes Knacken praktisch unmöglich. Ist jedoch Ihr Börsen-, E-Mail- oder Wallet-Passwort zu einfach, können Angreifer durch Brute-Force Zugriff erlangen und Ihre Vermögenswerte transferieren. Verwenden Sie immer starke Passwörter (mindestens 20 Zeichen mit Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Symbolen) und lagern Sie größere Beträge in Hardware-Wallets.
Typische Hinweise sind: Sie werden trotz korrektem Passwort ausgesperrt; Logins von unbekannten Standorten oder zu ungewöhnlichen Zeiten; viele fehlgeschlagene Login-Versuche von unbekannten IPs auf Ihren Asset-Konten; zahlreiche „Login fehlgeschlagen“-E-Mails. Bei Verdacht auf ungewöhnliche Aktivitäten sollten Sie sofort Ihr Passwort ändern und Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren. Prüfen Sie Ihre Gate- (oder andere Plattform-) Login-Historie und entfernen Sie unbekannte Geräte. Scannen Sie Ihr Endgerät auf Malware, die Ihre Schlüssel auslesen könnte.
2FA erhöht die Sicherheit erheblich, ist aber kein absoluter Schutz. Ist 2FA aktiviert, benötigen Angreifer sowohl Ihr Passwort als auch den Verifizierungscode, was Brute-Force fast unmöglich macht. Wird jedoch auch Ihre für 2FA verwendete E-Mail oder Telefonnummer kompromittiert, kann der Schutz umgangen werden. Am besten kombinieren Sie mehrere Schutzmechanismen: starke Passwörter + 2FA + Hardware-Wallet + Cold Storage, insbesondere bei größeren Beträgen auf Gate oder ähnlichen Plattformen.
Plattformen sind dann angreifbar, wenn sie: keine Begrenzung der Login-Versuche haben (unbegrenzte Versuche möglich); Konten nach mehreren Fehlversuchen nicht sperren; keine 2FA verlangen; Passwörter unsicher speichern, was zu Datenbank-Leaks führt. Gate hingegen begrenzt Login-Versuche, bietet 2FA und verschlüsselte Speicherung – das erschwert Brute-Force-Angriffe erheblich. Wählen Sie Plattformen mit solchen Schutzmechanismen, um Ihre Assets bestmöglich zu sichern.
Auch wenn Angreifer keinen Zugriff erlangt haben, sollten Sie umgehend Maßnahmen ergreifen. Ändern Sie Ihr Passwort in eine deutlich stärkere Kombination und aktivieren Sie alle verfügbaren Sicherheitsfunktionen (2FA, Sicherheitsfragen). Prüfen Sie, ob Ihre verknüpfte E-Mail oder Telefonnummer kompromittiert wurde – stellen Sie sicher, dass die Wiederherstellungskanäle unter Ihrer Kontrolle sind. Haben Sie dasselbe Passwort auch auf anderen Plattformen genutzt, ändern Sie es dort ebenfalls. Überwachen Sie regelmäßig die Login-Protokolle wichtiger Plattformen (z. B. Gate), um Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Für größere Vermögenswerte empfiehlt sich zusätzlich eine Hardware-Wallet zur sicheren Verwahrung.


