
Überbesicherung bezeichnet das Hinterlegen von Sicherheiten im Wert, der den geliehenen Betrag übersteigt.
Im Bereich Krypto-Kredite oder bei der Ausgabe von Stablecoins beschreibt Überbesicherung die Stellung von Sicherheiten, deren Wert die Kreditsumme übertrifft. Dadurch entsteht ein Puffer, der Kursschwankungen auffängt und das Risiko einer Liquidation reduziert. Überbesicherung ist in Krypto-Lending-Protokollen und börsenbasierten Kreditprodukten weit verbreitet, insbesondere bei besonders volatilen Vermögenswerten.
Das Besicherungsverhältnis gibt an, wie das Verhältnis zwischen Kreditsumme und Wert der hinterlegten Sicherheiten ausfällt. Ein niedrigeres Verhältnis bedeutet eine größere Sicherheitsmarge. Ein Beispiel: Bei einem Besicherungsverhältnis von 70 % können Sie für Sicherheiten im Wert von 100 $ bis zu 70 $ aufnehmen.
Die Liquidationsschwelle ist der Punkt, an dem Ihre Sicherheiten zwangsverkauft werden können. Fällt der Wert der Sicherheiten und überschreitet das Besicherungsverhältnis die vom Protokoll festgelegte Schwelle, wird die Liquidation ausgelöst.
Der Health Factor ist eine Kennzahl, die von einigen Protokollen zur Bewertung der Sicherheit einer Position genutzt wird; ein höherer Wert signalisiert mehr Sicherheit. Sinkt er unter 1, ist eine Liquidation wahrscheinlich.
Die Überbesicherung entscheidet direkt darüber, wie viel Sie leihen können, wie hoch Ihre Zinskosten sind und wie groß Ihr Liquidationsrisiko ist.
In volatilen Märkten erhöht eine Überbesicherung Ihre Sicherheitsmarge und stabilisiert Ihre Position, bindet jedoch mehr Kapital und erhöht damit die Opportunitätskosten. Dieses Wissen hilft Ihnen, passende Lending-Plattformen und Sicherheiten zu wählen.
Bei einer Kreditaufnahme auf Gate mit Spot-Assets als Sicherheiten legt die Plattform für jedes Asset ein maximales Loan-to-Value-Verhältnis fest. Hochvolatile Token erfordern meist eine stärkere Überbesicherung, während stabile Vermögenswerte weniger strenge Anforderungen haben. Die Wahl ungeeigneter Sicherheiten oder ein zu hohes Besicherungsverhältnis erhöhen bei Kursverlusten das Liquidationsrisiko.
Wer gehebelte Strategien oder Arbitrage nutzt, profitiert von einer angemessenen Überbesicherung, da diese das Risiko einer Zwangsliquidation senkt und die Nachhaltigkeit der Strategie verbessert.
Überbesicherung erfolgt in den Schritten „Sicherheiten bewerten → Besicherungsverhältnis festlegen → kontinuierlich überwachen → Liquidation bei Bedarf“.
Schritt 1: Bewertung der Sicherheiten. Protokolle oder Börsen bestimmen den aktuellen Marktwert Ihrer Sicherheiten über Preisorakel oder Spotpreise.
Schritt 2: Festlegung von Besicherungsverhältnis und Liquidationsschwelle. Das Besicherungsverhältnis definiert das maximale Kreditlimit, die Liquidationsschwelle liegt darunter und dient als Puffer.
Schritt 3: Kontinuierliche Überwachung von Kursen und Positionen. Das System berechnet Ihren Health Factor in Echtzeit und kann Warnungen ausgeben oder zusätzliche Kreditaufnahmen einschränken, falls das Risiko steigt.
Schritt 4: Liquidation bei Bedarf. Sinkt der Health Factor auf 1 oder überschreitet das Besicherungsverhältnis die Schwelle, verkauft das System Ihre Sicherheiten zur Schuldentilgung.
Beispiel: Sie hinterlegen 1 ETH als Sicherheit und leihen Stablecoins. Liegt der ETH-Kurs bei 3.000 $ und verlangt das Protokoll mindestens 150 % Überbesicherung (maximales Besicherungsverhältnis 66 %), können Sie bis zu etwa 2.000 $ in Stablecoins leihen. Fällt der ETH-Kurs auf 2.400 $, beträgt Ihr Besicherungsverhältnis 2.400/2.000 = 120 %. Liegt die Liquidationsschwelle bei 120 %, stehen Sie kurz vor einer Liquidation und müssen Sicherheiten nachschießen oder einen Teil der Schuld tilgen.
Überbesicherung findet Anwendung bei Stablecoin-Emission, Kreditvergabe, Margin-Handel und NFT-Lending.
Sie können Überbesicherung optimieren, indem Sie stabile Sicherheiten wählen, Ihre Positionen strukturieren und dynamische Managementstrategien anwenden.
Schritt 1: Robuste Sicherheiten auswählen. Verwenden Sie niedrig volatile, liquide Assets wie große Stablecoins oder gängige Staking-Token – diese benötigen in der Regel weniger Überbesicherung.
Schritt 2: Positionen diversifizieren und strukturieren. Verteilen Sie Sicherheiten auf Assets mit geringer Korrelation, um zu vermeiden, dass ein Kursverfall Ihre gesamte Position gefährdet. Hochvolatile Assets sollten in separaten Pools oder Konten isoliert werden, um Ansteckungsrisiken zu minimieren.
Schritt 3: Sicherheitsmarge halten und Warnungen einrichten. Halten Sie Ihr Ziel-Besicherungsverhältnis deutlich über der Liquidationsschwelle und nutzen Sie Preisalarme oder automatische Rückzahlungs-/Nachschussstrategien.
Schritt 4: Rendite und Kosten optimieren. Verwenden Sie Erträge aus gestakten Assets zur Deckung von Zinskosten. Leihen Sie auf Plattformen oder zu Zeiten mit niedrigen Zinssätzen, um Finanzierungskosten zu reduzieren.
Auf Gate empfiehlt es sich, Stablecoins oder hochliquide Spot-Assets als Hauptsicherheiten zu nutzen, Risikoalarme auf der Positionsseite zu aktivieren und bei sinkendem Health Factor Priorität auf Schuldenabbau oder Nachschuss zu legen – so vermeiden Sie Zwangsliquidationen.
Im vergangenen Jahr haben führende Protokolle ihre Risikoparameter für verschiedene Assets weiter differenziert.
Laut Daten aus Q3 2025 legen führende Lending-Protokolle für hochvolatile Assets LTVs im Bereich von 70 %–80 % fest (entspricht etwa 125 %–143 % Überbesicherung). Für stabile Assets liegen die LTVs meist bei 85 %–90 % (entspricht etwa 111 %–118 % Überbesicherung). Für Details sind die veröffentlichten Risikoparameter der jeweiligen Protokolle maßgeblich.
Im Jahr 2025 machten sowohl Stablecoins als auch Real-World-Assets in einigen Protokollen einen größeren Anteil der gesamten Krypto-Sicherheiten aus. Der Trend zu stabileren Basiswerten ermöglicht niedrigere Überbesicherungsanforderungen – eine Entwicklung, die mit einem strengeren Management von Kursschwankungen und Orakelrisiken zusammenhängt.
In den letzten sechs Monaten haben Börsen und Lending-Plattformen verstärkt automatisierte Risikomanagement-Tools wie Auto-Nachschuss, gestufte Limits und isolierte Pools eingeführt, um systemische Liquidationen zu reduzieren. Für Nutzer ist ein dynamisches Positionsmanagement immer wichtiger geworden.
Für 2026 wird erwartet, dass hochvolatile und Long-Tail-Assets weiterhin höhere Überbesicherungsanforderungen erfüllen müssen, während qualitativ hochwertige und liquide Assets bessere Konditionen erhalten. Die Beobachtung von Plattform-Updates und Zinsänderungen hilft, die Kapitaleffizienz zu optimieren und Risiken effektiv zu steuern.
Beide Ansätze unterscheiden sich grundlegend hinsichtlich Zugang, Risikomanagement und Nutzerkreis.
Überbesichertes Lending basiert auf hinterlegten Sicherheiten – Sie leihen weniger, als Sie bereitstellen – und Liquidationen werden automatisch durch Smart Contracts abgewickelt. Dieses Modell eignet sich für transparente, programmierbare On-Chain-Umgebungen und breite Nutzergruppen.
Unbesichertes Lending hingegen setzt auf die Bonität des Kreditnehmers oder reale Unternehmens-Cashflows. Es richtet sich vor allem an Institutionen oder Kreditnehmer mit nachgewiesener Historie, wobei Plattformen Due-Diligence-Prüfungen und Kreditlimitmanagement übernehmen. On-Chain-unbesicherte Kredite gibt es, sie sind aber meist auf Institutionen beschränkt; für Privatpersonen ist der Zugang limitiert und das Risiko wird durch Prüfungen und Diversifikation gesteuert.
Für Einsteiger ist das Verständnis der Überbesicherung hilfreich, um Lending- und Leverage-Produkte optimal zu nutzen; beim Umgang mit unbesicherten Krediten ist die Bewertung von Kontrahenten- und Plattformrisiken entscheidend.
Ein Verhältnis zwischen 150 % und 300 % gilt – je nach Asset-Typ und Marktvolatilität – als sinnvoll. Bei den Lending-Produkten von Gate sind für Stablecoins oft geringere Anforderungen (z. B. 150 %) üblich, während hochvolatile Krypto-Assets deutlich höhere Verhältnisse (250 %–300 %) erfordern. Die Wahl eines passenden Verhältnisses hilft, Sicherheit und optimale Nutzung Ihrer Sicherheiten auszubalancieren.
Ja – Überbesicherung wirkt sich direkt auf die Kapitaleffizienz aus. Höhere Besicherungsverhältnisse bedeuten, dass Sie weniger im Verhältnis zu Ihren Sicherheiten leihen, aber ein geringeres Risiko eingehen; niedrigere Verhältnisse erhöhen das verfügbare Kapital, steigern jedoch das Risiko. Prüfen Sie bei der Kreditaufnahme auf Gate Ihre eigene Risikobereitschaft: Konservative Nutzer wählen höhere Verhältnisse (z. B. 300 %) für mehr Sicherheit, risikofreudige Nutzer bevorzugen niedrigere Verhältnisse (150 %–200 %) für maximale Nutzung.
Sinkt der Wert Ihrer Sicherheiten rapide, verschlechtert sich Ihr Besicherungsverhältnis schnell – Sie laufen Gefahr, liquidiert zu werden. Wenn Sie z. B. mit einem Verhältnis von 150 % leihen, Ihr Sicherheitenwert aber um mehr als 33 % fällt, kann eine Liquidation ausgelöst werden. Um dies zu vermeiden, richten Sie Warnungen ein, hinterlegen Sie rechtzeitig zusätzliche Sicherheiten oder tilgen Sie einen Teil Ihrer Schuld, bevor die Kurse weiter fallen.
Nein – die Anforderungen an die Überbesicherung variieren je nach Volatilität und Liquidität des jeweiligen Assets erheblich. Stablecoins wie USDT oder USDC benötigen meist nur 120 %–150 %, während BTC oder ETH in der Regel 150 %–200 % verlangen. Kleinere Token oder risikoreiche Assets können bis zu 250 %–400 % erfordern. Prüfen Sie auf Gate stets die spezifischen Anforderungen für jedes Asset, bevor Sie handeln.
Niedrige Besicherungsverhältnisse (z. B. 150 %) erhöhen das Risiko, steigern aber die Kapitaleffizienz; höhere Verhältnisse (z. B. ab 300 %) senken das Risiko, schränken aber die Kreditaufnahme ein. Überbesicherung bedeutet grundsätzlich, mehr Sicherheiten für Kreditsicherheit zu hinterlegen – je höher die Marktvolatilität, desto größer muss der Puffer sein. Prüfen Sie Marktbedingungen und Ihre eigene Risikoneigung sorgfältig bei der Wahl des passenden Verhältnisses.


